Fünf Tage Go an der Offa

April 13th, 2010 § 1 comment

Stjepan und Jonas bei einer Demo-Partie

Fünf Tage Go Spielen an der Offa Messe in St. Gallen

Olma, Muba, Züspa, Luga es gibt viele Messen in der Schweiz!

Dank der guten Kontakte die wir bei der Zürcher Spielmesse geknüpft haben konnten wir einen Stand in der Sonderschau »Spielen an der Offa« aufstellen! Zwischen den schönen Holz-Spielen des Organisators Spiellada aus Sirnach haben wir 2 Tische für 9×9 Brettchen bekommen an denen die Messebesucher Atari-Go spielen konnten und einen Verkaufstisch an dem wir zu Demonstrations- und Selbstunterhaltungszwecken auf einem grossen 19×19 untereinander etliche Partien gespielt und auch einige Takemiya Masaki Meisterpartien nachgelegt haben.

Am ersten Tag war ich ziemlich gespannt ob bei dem strahlendschönen Wetter die Leute überhaupt in eine Messehalle hineingehen und zu meiner Überraschung kamen die Leute schon am Mittwoch sehr zahlreich und wie sich zeigte steigerte sich das bis am Sonntag kontinuierlich. Die Messebesucher schauten uns beim Spielen auf dem 19×19 zu oder setzen sich gleich an einen der Tische und fingen an die Flyer die überall rumlagen zu studieren; tatsächlich das Gelesene ausprobieren musste aber niemand denn einer von uns Go Spieler war meist unbeschäftigt.

Atari Go ist schnell erklärt, vielleicht braucht es dafür 2 maximal 5 Minuten. Und dann spielen die Interessierten schon miteinander! Das Spannende für den Erklärenden ist dass jeder der es erst gerade kennengelernt hat anders ist: die einen lernen sehr schnell und legen schon nach dem 2ten oder 3ten mal fast das ganze Brett voll Steine, andere lassen noch die Gefangenen auf dem Brett liegen und bekamen dann von uns Instruktoren nochmals das Prinzip des Steineeinschliessens erklärt! Aber welch ein Unterschied ist es selber auf dem Brett zu spielen als nur irgendwie die Regeln auf einem Flyer durchzulesen oder auch von einem Instruktor erklärt zu bekommen!

Welche echten Go Regeln nach den mehreren Atari-Go Partien wir erklären ist mir nicht so klar, ich habe jetzt 5 Tage lang immer die japanischen Regeln (Gebietsregel) erklärt und mit diesen hat man oft die kleine Schwierigkeit dass das Ende des Spiels etwas schwierig zu verstehen ist. Mit den chinesischen Regeln (Flächenregel, Steine + Gebiet werden gezählt) gibts da schon viel weniger Fragen und vor allem wenn man vielleicht mal einen Abend lang spielt kommen nie die komischen Fragen wie “Und was wenn ich da jetzt trotzdem reingehe? Verliere ich jetzt schon den Punkt oder nachher? Ist es eigentlich gar falsch später beim Gegner ins Gebiet reinzusetzen? …”. Am besten gefallen mir die Strassburger Regeln. Klar fällt bei diesen die 2 Punkte Gruppensteuer an (wobei man das natürlich auch ohne Gruppensteuer erklären kann 🙂 ) und das Hauptproblem für uns die wir diese Regeln den Leuten beibringen: Wir alle spielen mit japanischen Regeln und dann nachher dem Nicht-mehr-Anfänger nochmals die Go-Regeln erklären müssen?! Heheh! Meine Antwort darauf ist einfach: Am Anfang ist es wichtiger einfache Regeln zu haben und die Schwierigkeit mit dem Ende einer Partie sich zu sparen! Später nachdem man vielleicht fünfzig oder hundert Spiele gespielt hat auf die richtigen japanischen Regeln zu wechseln dürfte ein Kinderspiel sein und ich sag mal dass man die Menge von (unangenehmen?) Fragen die die japanischen Regeln aufwerfen bei den strassburgischen Regeln in ein Mehr an Spass sich umwandeln.

Jonas erklärt die Go Regeln

Jonas erklärt die Go Regeln

Fazit: Ungefähr zwanzig 9×9 Sets verkauft, sicher mehr als 200 Leuten das Spiel tatsächlich beigebracht, 1000 Fragen oder mehr beantwortet. Hehe, es war nicht wenig Arbeit! Viel Spass hat es gemacht. Für mich der ich die Spiele hergestellt habe war der Moment des “Dieses Spiel will ich haben!” sicher der schönste. In der Herstellungsphase war ich mir nicht immer so sicher ob das Konzept mit Glasssteinen, Holzschälchen und einem kleinen massiven Holztischchen mit Füssen wirklich auch bei den Neueinsteiger ankommt und ob es nicht besser wäre irgend ein Sperrholzbrettchen mit Plastiksteinen in eine möglichst farbige Schachtel zu packen oder sogar gleich das ganze Spiel aus Pappkarton zu fertigen.

§ One Response to Fünf Tage Go an der Offa

  • Jean-Luc says:

    Sehr schön! 200 Leuten ist viel!

    Ich hoffe die Leute werden dann in Klubs spielen, und vielleicht auch in Turniere.

    Es ist klar dass das schwierigste für Anfänger ist zu wissen wenn man das Spiel beenden sollte. Japanische Regeln zu erklären sollte kein Problem sein. Mann muss nur die Leute sagen, sie sollten mehrere Spiele auf 9×9 probieren, und nicht sofort auf 19×19. Weil sonst spielen Sie 400 Züge, oder mehr.

    Ich sage auch immer: es ist besser am Anfang mit jemand der schon das Spiel kennt zu spielen, sonst ist man nie sicher wann zu stoppen. Deshalb ist es eine gute Idee in ein Klub zu gehen, und nicht nur am Hause mit seinem Bruder oder seine Frau zu spielen. Mit internet und Server wie KGS kann man auch gut die Basis lerner am Anfang.

    Normalerweise kommt das Gefühl für das Spiel sehr schnell. Und nach 10 oder 20 mal, verstehen die Leute besser wann ist das Spiel fertig oder nicht.

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