Go Club Zürich

2026-07-23

Go Vokabular

Eine Liste von Wörtern, die dir in Vorlesungen, Büchern oder Unterhaltungen über Go begegnen werden.

Es ist nicht nötig, sie auswendig zu lernen. Die meisten davon wirst du oft hören oder sie werden dir im Spiel begegnen. Dadurch wirst du schnell mit ihnen vertraut werden. Für Go-Neulinge könnte eine Auflistung aber ganz nützlich sein.

Einige Begriffe beschreiben Konzepte, deren Verständnis Voraussetzung zum stärker zu werden ist, z.B. Aji oder Suji.

Wo sinnvoll, ist der deutsche Begriff angegeben. Es gibt japanische Begriffe, die sich auch in der deutschsprachigen Go-Szene etabliert haben, meist weil sie einfach auszusprechen sind oder weil es keine gute Übersetzung dafür gibt.

Die Begriffe sind lose nach Kontext geordnet. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte eine andere Reihenfolge notwendig werden.

Sente und Gote

Wörtlich «Vorhand» und «Nachhand». Ein Zug, der beantwortet werden muss ist Sente, sonst «Gote».

Tenuki

«Die Hand wegziehen». Nicht auf einen Zug antworten (er wird damit Gote), sondern woanders spielen.

Kikashi

Absolutes Sente. Ein Zug, der lokal beantwortet werden muss. Resultiert in Korigatachi. Wird meist gespielt, um gegnerische Steine in schlechte Form zu bringen, z.B. um aus dem Maul des Tigers einen Piratenhut zu machen.

Fuseki

Die Eröffnung. Das noch fast leere Brett wird grob aufgeteilt. Es gibt viele Arten dies zu tun, einige davon tragen Namen: Die chinesische Eröffnung, das San-Ren-Sei, die Kobayashi Eröffnung etc.

Mittelspiel

Wenn keine grossen Eröffnungszüge mehr übrig sind und strategische Überlegungen gemacht werden müssen, um Punkte zu gewinnen oder um gegnerische Gebiete zu reduzieren.

Spätes Mittelspiel

Nur noch taktische Manöver sind übrig, schwere Kämpfe werden ausgetragen, gründliches Lesen ist nötig. Die meisten Partien werden in diesem Stadium gewonnen oder verloren.

Endspiel

Japanisch Yose. Es gibt keine Gruppen mit unklarem Status mehr, die angegriffen werden könnten. Züge werden nach Grösse/Wert in absteigender Folge gespielt.

Aji

«Geschmack». Bezieht sich auf Stellungen, in denen es noch Potential gibt, in denen aber nicht sofort gespielt wird. Zum Beispiel, weil es im Moment zu wenig Punkte bringt oder weil die Möglichkeiten abhängig vom Ausgang einer benachbarten Situation sind. Aji kann«gut» oder «schlecht» sein.

Schwer

Steine, die zu wertvoll sind, um sie im Stich zu lassen. Ein gutes Angriffsziel.

Leicht

Steine, die nicht gerettet werden müssen, jedenfalls nicht vollständig.

Di … Dings

Japanisch: Atsui (dicht), englisch ‘thick’. Hier fehlt ein passender deutscher Begriff (Dicht? Dick?) Gemeint ist eine Position mit hoher Resilienz.

Dü … Dings

Japanisch: Usui (dünn), englisch ‘thin’. Steine, die unzureichend verbunden sind und entzweigeschnitten werden können.

Effizienz

Das Hauptkriterium, um einen Zug oder eine Position zu evaluieren. Siehe Suji, Form, Klumpen.

Form

Japanisch Katachi. Eine (meist) resiliente Position. Machmal gibt es dafür spezifische Namen, z.B. Bambus, Tigermaul etc.

Gute Form

Eine korrekt gespielte, resiliente Position. Steine, die gut zusammenarbeiten.

Schlechte Form

Eine schwer zu verteidigende Position aus ineffizient gespielten Steinen. Resultiert nicht selten in einem Nachteil, ohne dass ein direkter Angriff nötig ist.

Klumpen

Japanisch ‘Dango’ (eine Süssigkeit aus klebrigem Reisteig). Steine, die sich gegenseitig Freiheiten wegnehmen (meist ein leeres Dreieck mit zusätzlichen Steinen).

Vulgärer Zug

In den meisten Fällen schlechte Suji. Ein Zug der in den meisten Fällen in einem Nachteil mündet, der Potential für Tesuji vernichtet.

Jōseki

Eine etablierte Sequenz für bestimmte Situationen, die in einem gleichwertigen Abtausch resultiert. Oft in einer Ecke, manchmal an der Seite. Viele Jōseki wurden durch KI neu evaluiert, manche sogar obsolet.

Korigatachi

Eine ausgespielte Situation. Gilt es in vielen Fällen zu vermeiden, um Potential (Aji) für Angriffe, Invasionen oder zumindest für Drohungen zu bewahren.

Damè

Japanisch für Freiheit oder neutrale Punkte, je nach Kontext.

Damè-Zumari

Mangel an Freiheiten. Gilt es um jeden Preis zu vermeiden. Oft das Resultat von schlechter Suji (Vulgären Zügen), schlechter Form oder von Korigatachi.

Suji

Die Art und Weise, wie Steine lokal miteinander interagieren – wie sie sich anordnen, verbinden oder scheiden und wie sie sich zu bestimmten Form entwickeln. Es gibt gute und schlechte Suji. Gute Suji führt zu Tesuji, schlechte Suji führt zu schlechter Form und Ineffizienz, und verhindert Tesuji.

Anmerkung: Gute Suji ist fast immer gleichbedeutend mit guten Zügen, aber nicht immer. Schlechte Suji unter Ignoranz von Suji resultiert hingegen durchgehend in schlechten Zügen (sinngemäss zitiert aus Yoda Norimotos Buch ‘die Sujiba Theorie’).

Wegwerf-Steine

Japanisch Kasu Ishi. Steine, die ihren Dienst erbracht haben und keinen weiteren Nutzen haben. Zum Beispiel ein Stein, der das feindliche Tigermaul zum Piratenhut verwandelt hat (siehe Kikashi).

Basis

Eine kleine Fläche in der Ecke oder am Rand, in welcher eine Gruppe Augen machen könnte.

Angriff

Ein Zug, der die Basis einer Gruppe wegzunehmen droht. Führt öfter zu einer Bewegung auf dem Brett, als zum eigentlichen Fang von Steinen und muss darum unter Berücksichtigung der globalen Situation (des ganzen Bretts) erfolgen.

Furikawari

Ein (üblicherweise grossflächiger) Abtausch von Gruppen, der in einer Neuaufteilung der Territorien resultiert.

Namen von Zügen

In der japanischen Go-Terminologie gibt es für fast jede Art von Zug eine Bezeichnung. Für die meisten davon gibt es keine etablierte deutsche Übersetzung und in den meisten Fällen ergeben sich ad hoc Bezeichnungen aus dem Kontext. Aber wieso sich nicht einmal Zeit nehmen, sich die schiere Anzahl vor Augen zu führen?

Anmerkungen zur japanischen Sprache